Interview mit einem Soldaten

Veröffentlicht am 06.12.2022

Verfasst von Gabriel aus Marburg
In Gesellschaft

Interview mit einem Soldaten, der sich der sogenannten 'Duldungspflicht' gegenüber den neuen, experimentellen mRNA Spritzen in der Bundeswehr widersetzt

Ab Minute 33:50 im Video: https://youtu.be/mXZdFNiT-L8

 

Ein autonomer, aufrechter, mutiger Mensch und Staatsdiener in Uniform. Absolut inspirierend. Genau diese Menschen müssten wir in einer Parlamentsarmee eines demokratischen Rechtsstaats haben wollen. Keine entindividualisierten, gewissenhaft gewissenlosen und unverantwortlichen Marionetten von Befehlsempfängern, die rein technisch alles umsetzen („Rädchen im Getriebe“ - H. Arendt). Das ist insbesondere die Erfahrung, die ganz speziell Deutschland aus seiner entsetzlichen Geschichte im 20. Jahrhundert gemacht hat.

 

Die Aussage aus dem Video, dass Soldaten mit ihrer Verpflichtung - für die man ihnen immerhin auf Knien danken müsste - ihre Rechte als Staatsbürger und Menschen abtreten und eben 'gehorchen' müssen ist sachlich falsch. Und zwar nicht nur ein bisschen. Es ist nämlich nicht nur nicht richtig, sondern sogar genau andersherum.

Das singuläre Konzept des „Staatsbürgers in Uniform“ für Soldaten des Nachkriegsdeutschlands zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass Soldaten ihre Rechte und Pflichten als Staatsbürger mitnichten abtreten - vielmehr bleiben sie als moralische Individuen immer (!) ihrem Gewissen verpflichtet (!) und brauchen bestimmte Befehle nicht nur nicht ausführen, sie dürfen sie sogar gar nicht ausführen. Eben weil sie zu jedem Zeitpunkt vollumfänglich persönlich, moralisch und juristisch verantwortlich bleiben für alle ihre Taten und diese Verantwortung und Verpflichtung eben nicht erlischt oder aufgehoben wird dadurch, dass ein Befehl gegeben wird.

 

Diese emanzipatorisch und ethisch fortschrittlichen Konzepte, die wir aus den entsetzlichen Zivilisationsbrüchen des 20. Jahrhunderts unmittelbar errungen haben, verstehen wir heute leider offenbar bereits schon wieder kaum noch. Diese alarmierende Tendenz besteht völlig analog ebenso bei unserer Polizei. Ein konkretes Beispiel dafür wird bald in einem Artikel auf diesem Blog zu einer skandalösen 'Sicherstellung' durch die Polizei eines Banners mit völlig eindeutigerweise legitimer Regierungskritik auf einer Friedens- und Freiheitsdemonstration in Hannover aufgegriffen.

 

In einer neuerlich Horror auslösenden technokratischen, autoritären, spätkapitalistischen, zeitgeistlichen Gesinnung verstehen wir diese Konzepte nicht mehr. Nicht mehr in der demokratischen Mehrheitsgesellschaft, den Medien oder dem gesamten Staatsdienst bis in höchste Instanzen wie Gerichte, die im Sinne dieser ethisch-sittlichen Gesellschaftsgrundlage und dieser Konzepte Recht sprechen müssten - die sie offenbar mehrheitlich nicht mehr kennen, verstehen oder nicht teilen.

 

Eine der bedeutendsten Totalitarismus-Forscherinnen des 20. Jahrhunderts, die sich um die Erforschung der Ursachen des „totalen moralischen Kollaps“ der Gesellschaft besonders verdient gemacht und die entsprechenden ethisch fortschrittlichen Konzepte unglaublich bereicherte, drückt dies so aus:

 

„Es wäre viel gewonnen, wenn wir das verhängnisvolle Wort „Gehorsam“ aus dem Vokabular unseres moralischen und politischen Denkens streichen könnten. Wenn wir diese Fragen durchdenken (genau die Fragen, die dieser Artikel durchdenken will – Anmerkung Autor), könnten wir ein gewisses Maß an Selbstvertrauen und sogar Stolz zurück gewinnen - das, was frühere Zeiten die Würde oder Ehre, vielleicht nicht der Menschheit, so doch des (individuellen) Menschen, nannten.“ - Hannah Arendt (1964/1965): „Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur“

 

Um gegen diese bedrohliche Entwicklung einen kleinen Beitrag für eine ethische Rückbesinnung in unserem gesamtgesellschaftlichen Bewusstsein zu leisten hoffe ich, dass dieser Artikel ein Anstoß sein kann, dass mündige Staatsbürger ganz individuell wieder deutlich mehr darüber nachdenken um welche Fragen im konkreteren Sinn es sich bei Arendts Appell handelt, wie sie beantwortet werden und wie sie sich konkret und relevant auf die zeitgeistlichen Phänomene beziehen, die wir alle gemeinsam erfahren. Womöglich schließen sich auch weitere Artikel an, die versuchen sollen, diese Gedanken weiterzuentwickeln.

Das Fazit dieses Artikels ist zunächst: Genau diese Menschen - die diese Werte (noch) verkörpern und für sie eintreten - gehen und werden gegangen aus dem Staatsdienst. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist exakt der Fall aus dem verlinkten Videobeitrag. Übrig bleibt, mehr denn je, der Rest. Diese Tendenz sollte uns unbedingt als demokratische Öffentlichkeit interessieren!

 

Gabriel aus Marburg