Klimakleben: Generationengerechtigkeit auf die harte Tour

Veröffentlicht am 28.02.2023

Verfasst von Jonas
In Klima, Gesellschaft

Klimakleben: Generationengerechtigkeit auf die harte Tour

Persönliches Statement zu den Klima-Radikalen:

 

Ich möchte hiermit den Klima-Radikalen meine ehrliche Anerkennung für ihr durchaus konsequentes politisches Handeln aussprechen, obwohl ich gegen ihre „Wissenschaft“ gewisse Vorurteile aus schlechter Erfahrung heraus hege. Ich verurteile die Klimajugend auch nicht für ihre Straftaten und ihre letztendlich antidemokratische Haltung, die sie schrittweise offenbaren werden, denn beides gehört notgedrungen dazu. Und ich meine, dass die Klima-Radikalen uns Staufis und Querdenkern ähnlicher sind, als wir es zugeben möchten: Sie fürchten den Niedergang der bekannten Welt und sehen sich einer heuchlerischen, passiv-apathischen Mehrheit gegenüber, die nicht mehr bereit ist, für ihre Zukunft zu kämpfen und die zu müde und zu besoffen und zu albern geworden ist, um noch Sinn und Unsinn auseinander halten zu wollen.

Ich möchte etwas ausholen, um diesen Standpunkt zu erklären: Ganz davon abgesehen, dass nun auch noch ein Krieg zwischen den Großmächten aufzieht, kann sich Europa sich auf einiges gefasst machen. Die „Große Transformation“, die mit dem globalen Coronamaßnahmenregime schon ihre Boten voraus geschickt hat, wird sich einreihen bei den totalitären Regimen des letzten Jahrhunderts und diese noch übertrumpfen, denn man muss die „Klimarettung“ nur logisch zu Ende denken: CO2 lauert in allen Dingen und es herrscht der ultimative „wissenschaftliche“ Imperativ, dieses apokalyptische Molekül in seinem Bestand schnellstmöglich und drastisch zu reduzieren, indem man die Wirtschaft herunter fährt bzw. radikal umkrempelt. Dies kann nur unter beträchtlichem Regulierungs- und Unterdrückungsaufwand, unter einem lang andauernden, globalen Notstandsregime erfolgen. Die Bewältigung der „Pandemie“ zog drei Jahre Maßnahmen nach sich, doch die Abwendung der „Klimakatastrophe“ dürfte einen noch etwas großzügigeren Zeitrahmen in Anspruch nehmen. Zwar sprechen die Aktivisten der „Letzten Generation“ in ihrer öffentlichen Erklärung davon, mithilfe eines „verbindlichen Gesellschaftsrats“ aus irgendwelchen „Menschen“ und „Experten“ die „Demokratie demokratischer“ gestalten zu wollen, denn man wähnt sich ohnehin auf der Seite der „99 Prozent“. Doch brauchen wir nicht lange zu rätseln, um zu erraten, dass dabei am Ende eine fettleibige, grüne EU-Krake mit digitaler Komplettüberwachung und lokalen Antifa-Blockwarten heraus kommen wird.

Wer Wind sät, erntet Sturm

 Doch auch wenn ich dann einst im Öko-Gulag landen sollte, weil ich zu viele Buletten gefuttert habe und ich ganz sicher nicht die neue CO2-Spar-App verwenden werde oder was auch  immer man sich für Schikanen ausdenken wird: Die Klimakleber an den Pranger zu stellen, ist falsch. Im Gegenteil. Sie sind die einzigen (!) in ihrer Generation, die ernstgemeinte Konsequenzen aus dem Dogma ziehen wollen, das den Millionen durch die Massenmedien und Parteien und durch die Schulen und Unis tagtäglich eingehämmert wird. Und genau diese Haltung möchte ich als ehrlich und als treu - also ehrenhaft bezeichnen. Sie sind die Avantgarde der neuen Ideologie, die man unserer Generation gelehrt hat. Sie tun, was sie für richtig halten, obwohl man über sie lacht und sie als Idioten und Verbrecher hinstellt. Nein, sie übertreiben nicht, sondern ihr Aktivismus ergibt sich durchaus schlüssig aus ihrer Überzeugung. Sie sind - bildlich gesprochen – Gott treuer ergeben als der Papst, der nur Wasser predigt und Wein säuft. Jeder Grünwähler sollte sich nun fragen, warum er sich mit seinen veganen Bockwürstchen von Edeka begnügt, anstatt seinen Methan-Auspuff mit Loch nach unten auf Straße zu kleben.

Wo sind all diese konformen, bildungsbürgerlichen Schickimicki- und Sonntags-Apokalyptiker, die den postulierten Weltuntergang zwar mit Betroffenheitsmiene abnicken, aber dann doch nicht bereit zu radikalen Konsequenzen sind? Als widersprüchlicher Irrsinn der ganz besonderen Art erscheint es mir, die Klimakatastrophe zu beschwören, aber trotzdem noch Kinder in die Welt zu setzen und ansonsten sein konsum- und karriereorientiertes Leben weiter zu führen. Mit welchem Bewusstsein soll die Jugend aufwachsen? "Du und deine Freunde - ihr werdet halt in ein paar Jahrzehnten alle zusammen verrecken. Aber das ist uns eigentlich Wurst..." Das ist es doch in etwa, was so manche deutschen Eltern und Lehrer implizit ihren Schutzbefohlenen vermitteln, oder etwa nicht? Wer sind hier also die „Klimachaoten“? Ganz zu schweigen vom Coronaterror und der Genderverblödung und ähnlichem Wahnsinn, den man der Jugend aufbürdet. Es ist nicht lustig. Es ist Indoktrination und grenzt an psychische Folter. Im maoistischen China schickten indoktrinierte Schüler und Studenten während der „Kulturrevolution“ ihre eigenen „reaktionären“ Eltern in Tod und Verderben. Und was erwartet die westliche Gesellschaft von der jungen Generation nun anderes, als dass sie angesichts des drohenden Weltunterganges nach dem Klimanotstand – also nach der Diktatur – ruft? Was denn sonst? Sollen sie darauf hoffen, dass die Autos von allein aufhören zu fahren? Oder sollen sie noch an die Demokratie glauben, die von ihren Eltern und Lehrern fachgerecht zersetzt wurde und von den Parteien, denen man jahrzehntelang bei ihrem großem Ausverkauf zugeschaut hat? Oder soll man von ihnen erwarten, dass sie doch gefälligst erkennen mögen, dass „die Wissenschaft“, die mit dem strengen Zeigefinger droht, ein Schreckgespenst aus den Medien ist? Die, die hinterfragen, was man ihnen täglich vorsetzt, können am Anfang nur in der Minderheit sein. So ist der Lauf der Dinge. Doch um so größer die Ehre derjenigen, die den Mut haben, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.

Von denen, die die Zukunft in die Hand nehmen wollen

Und auch die Klimaradikalen gehören zu dieser Minderheit. Nur mit dem Unterschied, dass ihr Prozess des geistigen und politischen Erwachens anders verläuft, als der eines typischen „Verschwörungstheoretikers“. Im Gegensatz zu diesem hinterfragen sie nicht den vermeintlichen „Konsens“, sondern sie fordern von der Gesellschaft ein, die Zukunft ernst zu nehmen. Die Klima-Radikalen handeln einfach so wie wir, gemäß der Sache, an die sie glauben und wenn man das anerkennt, gibt es die Chance zum gegenseitigem Verständnis.

Ja, die Klima-Radikalen sind finanziert und angeleitet von Akteuren der globalen Agenda, deren genaue Identität mir an dieser Stelle relativ gleichgültig ist, denn es ändert am Kern der Sache sowieso nichts. Was ihr Auftreten und ihre Rhetorik angeht, heben sie sich nicht negativ vom restlichen politischen Durchschnitt ab. Sie sind „normal“, aber eben aktiv. Und ja, auch die Klimakids fliegen heimlich mal in den Urlaub, aber das werden sie sich schon noch gegenseitig abgewöhnen. Sich bei dem Kampf für unsere Lebensgrundlagen von moralisch aufgeladenen Wunschvorstellungen verführen zu lassen, ist eine menschliche Schwäche, die auch so manchen „Schwurbler“ schon überfallen hat. Hinter der Maske der Verblendung nagt der Zweifel. Reißt den Unschuldigen ihre Masken also nicht ab, denn sie tragen sie aus Angst. Wer verstehen will, der versteht. Wer auf sie schimpft, lässt seine Wut an den falschen aus und wird sie noch tiefer in die Arme der globalen Strippenzieher treiben. Aber aufgeben werden – und sollten - sie deshalb nicht.

Keine Zeit wegen Putin?

 Unsere Generation muss es sein, die der Öffentlichkeit vor Augen führt, in welche Abgründe uns "die Wissenschaft", das Schulwesen, die Globalisierung und der digitalisierte Medienapparat führt. Ihr wollt eine klimakonforme Jugend? Da habt ihr sie! Wir müssen die Republik, oder das was noch davon übrig ist, vor die Wahl stellen: Bekennt euch offen zum globalen Notstandsregime, oder eben doch zur freiheitlichen Demokratie und damit schon fast automatisch auch zur „Klimaleugnung“. Auch der Krieg darf hier keine aufschiebende Ausrede sein, denn erstens wurde der durch die Regierung noch gar nicht offiziell erklärt (Annalena hat doch nur ein bisschen geschnattert, die zählt ja nicht) und zweitens wird die deutsche Rüstungsindustrie - wissenschaftlich betrachtet - frühestens dann klimaneutral sein, wenn ihre zahlreichen Produkte als Schrotthaufen vor Moskau liegen und dann in ihren Hohlräumen das Methan aus den auftauenden Permafrostböden speichern können oder mit anderen Worten: Wenn der Krieg entschieden ist und wann das ist, das wisst ihr nicht und wer da wen „klimaneutral“ machen wird, steht in den Sternen. Also keine Ausreden: Klimadiktat jetzt! Oder „Klimaleugnung“ auf allen öffentlichen Kanälen und allen Parteitagen. Deutschland hat die Wahl.

„How dare you!“

 Wir müssen die bittere Medizin sein und wir sollten dem ganzen spießbürgerlichen Geschmeiß mal anständig auf den Schwanz treten. Wir sind die Jugend dieses Landes, die wieder etwas ernst meint. Deswegen: Mein ehrliches Lob für all die mutigen Klimakleber, für die Kohleblockierer, die Audimax-Besetzer und für die jungen Schulschwänzer von Fridays for Future! Aber Schande über die Hofschranzen, die sich jetzt auch noch flott von ihren eigenen Nachwuchskadern distanzieren und dabei auf einmal von Recht und Ordnung schwafeln. Was ist das Recht gegen das Weltuntergangsszenario, das sie selbst an die Wand, bzw. an die Schultafel malen? Verdammt wenig. Und wo war eigentlich das Recht, als Karl Lauterbach und die WHO die Straßen wegen Corona blockiert haben? Warum kam da nicht die Polizei?

Letzte Generation! Extinction Rebellion! Grüne Jugend! Falls ihr dies lest, habe ich eine Bitte an euch: Wendet euren gerechten Zorn nicht gegen die, die anders denken, sondern wendet euch gegen die Heuchler. Ihr findet sie zuhauf in den höheren Etagen von Politik, Konzernen, Medien und Bildungssystem. Spürt sie auf und stellt sie vor die Wahl: Kleb dich auf die Straße oder erzähl mir nichts von dringendem Handlungsbedarf! Fahr mit dem Fahrrad zum Parteitag oder spar dir deine „Wissenschaft“. Ende der Durchsage.

 

Jonas, Philosoph, Student der Orientwissenschaften an der MLU, 15.01.2023